Im Inneren der Christuskirche - Jugendstil

Engel der Liebe mit der RosenrankeBetritt man die Kirche durch das Hauptportal, so kommt man zunächst in die Vorhalle der Kirche, die zugleich als Brauthalle gedacht war. Hier findet man als Deckenmalerei den Engel der Liebe mit der Rosenranke (von Otto Gußmann). der bei den jüngsten Erneuerungen wieder-hergestellt wurde. Über dem Eingang zum Kirchenschiff brachte man das Wort aus Jakobus 4,8 an: "Nahet euch zu Gott / so nahet er sich zu euch."

Blick zum AltarIm Kirchenraum sind die seitlichen Apsiden, die Chornische und die Orgelempore durch weitgespannte Bögen gegen das Schiff der Kirche geöffnet. Den Hauptschmuck der seitlichen Apsiden bilden die vierteiligen großen, hellen Fenster, welche eine überreiche Fülle von Licht in den Kirchenraum führen. Altar, Kanzel und Lesepult glänzen in der feierlichen Pracht verschiedenfarbigen Marmors.

AltarDer Altar, ein kolonnadenartiger Aufbau aus grünlichem griechischen Marmor, folgt in der Linienführung der Rundung des Altarraums. Die Mitte überragt ein gewichtiges Marmorkreuz, an dessen Sockel die Inschrift aus Korinther 5,20 zu lesen ist: "Lasset euch versöhnen mit Gott." Vor das Kreuz treten zwei idealisierte Apostelgestalten (Werke von August Hudler).

Die ambossartige Kanzel wird durch drei Bronzereliefs verziert, die Weihnachten, Ostern und Pfingsten darstellen (Modelle v. Arnold Kramer). Das am linken Chorbogen stehende Lesepult paßt sich in den gewählten Marmorarten der Kanzel an. Der würfelförmige Taufstein ruht auf vier Bronzefüßen. Sein getriebener Kupferdeckel erhielt als Abschluß die Figur Johannes de Täufers (Modell von Karl Gross).

Christus und die Samariterin, MajolkareliefEinen besonderen Bildschmuck haben die östlichen Stirnseiten des Mittelschiffes unterhalb der Logen mit den beiden Reliefs von Richard König erhalten. Das linke zeigt Jesus mit der Samariterin am Brunnen "Selig sind die da hungert / und dürstet nach der Gerechtigkeit / denn sie sollen satt werden" (Matth. 5,6). Auf dem rechten Relief sieht man die Auferweckung des Jünglings von Nain, "Selig sind die da Leid tragen / denn sie sollen getröstet werden" (Matth. 5,4).

Orgelempore der ChristuskircheSchaut man vom Altar auf den Haupteingang zurück, so steigt hinter den Kirchenbänken mit 730 Plätzen die Orgelempore auf. Nach Plänen der Architekten schuf die Firma Udluft und Hartmann (Dresden) das Orgelgehäuse. Die trefflichen Schnitzereien aus dunkelbraun gebeiztem Eichenholz sind teilweise vergoldet. Die Figuren symbolisieren Instrumente, die von den Orgelregistern vertreten werden.

Orgel der ChristuskircheDie Orgel wurde 1905 von der Firma Gebr. Jehmlich, Dresden mit 63 Registern auf drei Manualen und Pedal im Stil der deutschen Orgelromantik der Jahrhundertwende erbaut. Sie wurde 1945 ebenfalls stark beschädigt. Ein teilweiser Wiederaufbau erfolgte 1951 durch die Erbauerfirma, jedoch im neobarocken Stil. Von 1984 -1988 erfolgte eine Generalreparatur und Vergrößerung durch Johannes Schubert, einem Mitglied unserer Gemeinde. 2013-2015 wurde die Orgel umfassend restauriert. Die Orgel hat jetzt 4.316 Pfeifen und 62 Register, 141 Pfeifen davon im Prospekt. 

Es ist das Verdienst Helmar Helas (1914-1981), bei der letzten Wiederherstellung des Kircheninneren (1980) sich so weit dem ursprünglichen Erscheinungsbild genähert zu haben, daß die verbliebenen Ausstattungsstücke wieder in einem angemessenen Rahmen zur Geltung kommen.